Die Vorbereitungen

Da der Bus unbedingt eine Isolierung brauchte, musste ich ihn erst einmal komplett entkernen

Da der Bus unbedingt eine Isolierung brauchte, musste ich ihn erst einmal komplett entkernen. Wieso und weshalb werde ich nicht erörtern, denn dazu gibt es unzählige Blogbeiträge und Meinung. Eins steht jedoch fest, ohne Isolierung geht es nicht! Mein erster Schritt war „T4 Bus entkernen“ zu googeln. Das brachte mir wenig Erkenntnisse, also fing ich einfach an. Also erst einmal die Sitze ausbauen. Das war kein Problem. Bei VW Bussen lassen sich die Sitze zumeist ganz einfach an ein paar Schrauben lösen und dann ausbauen. Das hatte ich zuvor einige Male mit der Rücksitzbank gemacht, weil ich hin und wieder größere Gegenstände transportieren wollte. Unter anderem lief unser letzter Umzug komplett nur mit dem Bus. Das würde ich so auch nicht mehr machen, aber das ist ein anderes Thema.

Zum Ausbau der Sitze habe ich einfach einen Drehmomentschlüssel benutzt. Damit hat man eine super Hebelwirkung, die man auch braucht, da die Schrauben teilweise doch sehr fest sitzen. Nun fing ich an, die Seitenverkleidung zu lösen. Diese ist einfach nur in die Karosserie geklickt und kann mit etwas Kraftaufwand gelöst werden. Das gesamte Entkernen hat mich etwa 5 Stunden gekostet. Beim nächsten Bus wird das sicherlich schneller gehen, doch zuerst musste ich mich einmal mit dem Aufbau beschäftigen. Ich habe viel gelernt und würde beim nächsten Mal auch nicht ganz so viel von der Verkleidung beim Ausbau beschädigen. Ein Beispiel: Die Fensterkurbeln an der Fahrer- und Beifahrertür können ganz leicht entfernt werden, wenn man weiß wie. Da ich das nicht wusste, schnitt ich einfach die Verkleidung mit einem Teppichmesser ein und konnte sie so lösen. Im Nachgang erfuhr ich dann, wie man die Kurbeln lösen konnte… Einige Steckverbindungen später war der Bus dann entkernt und ich konnte den Zustand des Lackes begutachten. Hier ein paar Eindrücke:

Nachdem der Bus quasi „nackig“ war, wurde alles grob gereinigt. Einfach mit dem Staubsauger den gröbsten Schmutz entfernen. Da das vermutlich seit der Herstellung 1998 nicht mehr geschehen war, hatte ich einiges an Schmutz zu entfernen. Wie bereits im ersten Beitrag erwähnt, hatte die Vorbesitzerin den Bus als reines Hundeauto genutzt. Das konnte ich im vollen Ausmaß begutachten, als alles raus war. Sogar unter der Handbremse hatten sich dermaßen viele Hundehaare angesammelt, sodass ich daraus bestimmt einen Chihuahua hätte basteln können.

Leider musste ich feststellen, dass einer der Vorbesitzer überall Unterbodenschutz verteilt hatte. Das ist eine schwarze teerartige Masse, die bei Hitze weich wird und ganz schlecht zu entfernen ist. Da ich jedoch eine Isolierung anbringen wollte, musste ich das alles vorher entfernen, weil die Isolierung sonst nicht gehalten hätte. Am schlimmsten war das im Fahrerraum.

Zuerst fing ich an, den Unterbodenschutz mit einem Spachtel abzukratzen. Den Spachtel musste ich zuerst beim Baumarkt besorgen. Glücklicherweise sah eine Nachbarin, wie ich mühsam am Kratzen war und fragte mich, ob ich denn nicht einen Drahtbürstenaufsatz für den Akkuschrauber hätte. Damit würde es doch viel leichter gehen. Sie gab mir einen Aufsatz und damit konnte ich den Unterbodenschutz deutlich einfach entfernen. Der Zeitaufwand, nur für den Fahrer- und Beifahrerraum, betrug etwa acht Stunden.

Nachdem das erledigt war, widmete ich mich der Ladefläche, da ich dort ein wenig Rost festgestellt hatte. Und wie das mit Rost so ist, wenn man ihn ignoriert, wird er einem irgendwann den Bus unter den Füßen wegfressen. Also stand wieder ein Besuch im Baumarkt an. Zwei Messingdrahtbürsten, eine große für freie Flächen und eine kleine für die Ecken, mussten her. Messing ist besser für lackierte Untergründe geeignet, als Draht, da Messing den Lack nicht so angreift. Auf die tieferen Roststellen schmierte ich Rostumwandler, um das Rostproblem in den Griff zu bekommen. Der Rostumwandler reagiert chemisch mit dem Rost und wandelt den Rost um. Fragt mich nicht, in was aber er verhindert, dass weiterer Rost gebildet wird. Hier ein paar Eindrücke:

Da ich den Innenraum vor weiterer Rostbildung schützen und auch etwas konservieren wollte, entschied ich mich, den kompletten Bus von innen mit Rostschutzmittel zu überziehen. Hierzu verwendete ich Hammerit. Starkes Zeug! Einfach mit dem Pinsel auftragen und trocknen lassen. Eine Warnung muss ich dazu aussprechen. Den Pinsel mit dem Hammerit auf gar keinen Fall mit bloßen Händen versuchen, zu reinige. Noch Tage später hatte ich das Zeug an den Händen und bekam es nur mit einer starren Bürste wieder ab. Handschuhe sind hier mehr als angebracht.

Leider waren Schiebetür, Fahrertür und Beifahrertür ebenfalls mit Unterbodenschutz eingepinselt worden.

Dort konnte ich nicht mit der Drahtbürste ran. Nach etwas Recherche und Empfehlung entschied ich mich für einen Abbeizer, der den Unterbodenschutz einfach abfressen sollte, ohne den Lack anzugreifen. Eine rein biologische Substanz, die laut Hersteller sogar im Gulli entsorgt werden kann. Mit einem Pinsel tränkte ich den Unterbodenschutz in Abbeizer und hoffte das Beste. Einen Tag später versuchte ich dann den Abbeizer samt Unterbodenschutz, mit dem Spachtel abzukratzen. Das funktionierte so lala. Den Rest vom Abbeizer und Unterbodenschutz entfernte ich mit einem Lappen. Nun hatte ich noch das Problem, dass ich mit dem Pinsel nicht überall an den Türen das Hammerit auftragen konnte. Deswegen besorgte ich noch zwei Dosen Hammerit zum Sprühen. Damit versiegelte ich die drei Türen.

Als Nächstes sollte die Isolierung angebracht werden. Hier entschied ich mich für Armaflex 19 mm dick und selbstklebend. Hierzu gibt es geteilte Meinungen, doch der Großteil der Camper-DIY-Umbauer entschied sich für Armaflex. Doch damit das Armaflex auch hält, muss der Untergrund frei von Öl, Staub und Dreck sein. Zum Reinigen des kompletten Innenraums verwendete ich einen Lappen und Waschbenzin.

Hier empfiehlt es sich, einen Atemschutz zu tragen und alles Türen und Fenster zu öffnen. Mit den Dämpfen ist nicht zu spaßen.

Im nächsten Beitrag geht es um die Isolierung des Busses.

Hast Du bereits einen Bus entkernt? Welche Erfahrungen hast Du damit gemacht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.