Die Bodenplatte

Im Vorfeld habe ich viel über die richtige Bodenplatte nachgedacht und vor allem auch nachgelesen. Es gibt OSB Platten*, Multiplexplatten*, Siebdruckplatten* und noch vieles mehr. Alle Materialien haben mit Sicherheit ihre eigenen Vorzüge. Jeder, der einen Bus zum Camper umbauen möchte, sollte sich damit auseinandersetzen und sich seine eigenen Gedanken darüber machen.

Ich habe mich für eine Siebdruckplatte* entschieden. Und das aus mehreren Gründen:

  • erster Grund: die Stabilität

Siebdruckplatten* werden oft auf Pritschenwagen verwendet, da sie eine glatte und eine raue Seite haben. Die raue Seite ist sehr stabil und auch kratzfest. Dazu kommt, dass die Platte aus mehreren Schichten besteht und somit wasserfest ist.

  • zweiter Grund: das Gewicht

Das Gewicht der Siebdruckplatte* ist in Ordnung. Sie ist kein Leichtgewicht aber da war mir die Stabilität wichtiger. Ich weiß jetzt nicht genau, wie schwer meine Bodenplatte ist, laut meiner Recherche wiegt ein Quadratmeter Siebdruckplatte* Birke 11 kg. Bei 235 cm Länge und einer breite von 160 cm wären das 3,76 Quadratmeter, was wiederum einem Gewicht von 41,36 kg entsprechen würde. Abzüglich Zuschnitt schätze ich, dass meine Platte etwa 35 kg wiegt.

  • dritter Grund: die Optik

Die eine Seite glatt, die andere rau und gemustert. Das alles in einem schönen dunklen braun. Meines Erachtens ist kein weiterer Bodenbelag mehr nötig, da die Siebdruckplatte wirklich schick aussieht.

  • vierter Grund: der Preis

Eine Siebdruckplatte* im Baumarkt kostet unter 60€. Da die Platten nur im Fixmaß (250 cm x 125 cm) zu haben waren, musste ich allerdings zwei kaufen und dann selbst zuschneiden. Netterweise wurden mir die zwei Siebdruckplatten* im Baumarkt kostenlos auf eine Länge von 160 cm zugeschnitten. So konnte ich die beiden Platten leichter zuschneiden und vor allem tragen.

  • fünfter Grund: die Verarbeitung

Die Verarbeitung, genaugenommen der Zuschnitt, der Siebdruckplatte* funktioniert prima mit einer Stichsäge*. Je nach Stichsäge* und Sägeblatt, geht letztgenanntes durch das Holz, wie durch Butter.

Jetzt stellte sich noch die Frage, welche Stärke ich wählen sollte. Siebdruckplatten* gibt es in einer Stärke zwischen 9 mm und 21 mm. Hier habe ich mich für die Mitte 15 mm entschieden. Zum einen ist diese Stärke absolut ausreichend, hinsichtlich der Verschraubung der weiteren Einbauten, zum anderen ist die Platte leicht genug, um später keine Probleme mit dem zulässigen Gesamtgewicht des Campers zu bekommen.

Der Zuschnitt

Zuerst habe ich mir alte Umzugskartons* geholt. Die hatten wir noch im Keller, sodass ich nicht extra Pappe für das Anfertigen einer Schablone besorgen musste. Mein Plan war es, mittels Umzugskartons eine Schablone anzufertigen. Mit Hilfe der Schablone wollte ich dann die Siebdruckplatte* zuschneiden.

Dazu habe ich zwei große Umzugskartons aufgeschnitten. Die geraden Flächen habe ich damit ausgelegt und dann in die Ecken gedrückt.

Den Überhang habe ich mit einem Cuttermesser abgeschnitten. An den Stellen, an den kein Karton auslag, habe ich einfach Reste der Umzugskartons mit Klebeband dran geklebt und dann wiederum zugeschnitten. So habe ich nach und nach eine Schablone gebastelt. Da ich jedoch eine zweiteilige Bodenplatte hatte, habe ich die Schablone in der Mitte geteilt, sodass ich die Schnittlinien besser auf die Teile übertragen konnte.

Ich habe mich dazu entschieden, die glatte Oberfläche als Boden zu verwenden. Optisch hat mich diese Seite eher angesprochen und außerdem würde dort Vinyl- oder PVC Boden besser halten. Das hat sich später auf jeden Fall als die richtige Entscheidung herausgestellt. Wieso genau, wirst Du in den weiteren Beiträgen in Erfahrung bringen können.

Mittels eines Stichels* habe ich nun die Schnittkanten auf die zweigeteilte Bodenplatte übertragen.

Die Teile habe ich dann aufgebockt und mit der Stichsäge zugeschnitten.

Es empfiehlt sich, hierbei einen Gehörschutz* und eine Schutzbrille* zu tragen. Mein Gehörschutz waren die Noisecancelling Kopfhörer Bose Quiet Comfort 35 II*. (Mit Musik macht alles gleich viel mehr Spaß). Meine Schutzbrille habe ich leider nicht mehr finden können, weshalb ich den ein oder anderen Holzsplitter in meinem Auge hatte.

Meine Arbeitsfläche war übrigens der Vorgarten im Erdgeschoss. Da ich dort keinen Stromanschluss hatte, habe ich mir mit einem Verlängerungskabel* geholfen, was ich aus dem 1. OG durch das Fenster in den Garten verlegt habe.

Die Befestigung

Nachdem alles zugeschnitten war und auch soweit gut gepasst hatte, musste die zwei Plattenteile nur noch mit der Karosserie verbunden werden. Hierzu gibt es auch wieder zwei Meinungen. Ein Teil der Camper Community ist der Meinung, dass die Bodenplatte nicht mit der Karosserie verankert werden muss, der andere Teil ist der gegenteiligen Meinung. Auf jeden Fall wird der TÜV letzten Endes das letzte Wort haben, wenn es um die Ummeldung als Wohnmobil geht. Ich habe mich dazu entschieden, die Vorrichtungen für die Rücksitzbank zu nutzen, um die Bodenplatte mit der Karosserie zu verschrauben. Bevor ich das Armaflex* angeklebt hatte, habe ich mich unter den Bus gelegt, und geschaut, ob ich die Bodenplatte von unten durchbohren könnte.

Da das der Fall war, musste ich keine Markierungen setzen. Ich konnte einfach die Isolierung ankleben und die Bodenplatte darauf legen.

Danach legte ich mich mit dem Akkuschrauber* unter den Bus und bohrte die Löcher von unten in die Platte. Zuvor hatte ich die passenden Schrauben besorgt. Mit einem Senkbohrer* konnte ich die Schrauben noch ein Stück weit in der Bodenplatte versenken.

Das hat optische und auch sicherheitstechnische Gründe. An insgesamt fünf Stellen habe ich die Bodenplatte mit der Karosserie verschraubt. Da zwischen den beiden Platten ein leichter Versatz war, habe ich einen Winkel zurecht gebogen und die beiden Plattenteile nochmal miteinander verschraubt.

Im nächsten Beitrag geht es um die Seiten- und die Deckenverkleidung.

Welches Material würdest Du als Bodenplatte wählen und warum?

Verwendete Materialien und Werkzeug:

  • Stichsäge von Bosch
  • Cuttermesser von Makita
  • zwei Böcke
  • Zimmermannsbleistift
  • zwei Siedruckplatten
  • zwei Umzugskartons

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