Der Wohnraum und die Kochecke

Da ich bereits die Seiten- und Deckenverkleidung aus Holz angefertigt hatte, viel meine Wahl auch bei dem Gestell für das Bett und die Kochecke auf Holz. Den Artikel über die Verkleidung findest Du hier.

Fichte ist leicht, robust und sieht super aus. Deswegen besorgte ich mir einen Schwung Kanthölzer 3000 mm x 44 mm x 44 mm. Wieso genau diese Maße fragst Du Dich jetzt vielleicht? Einfach, weil die im Baumarkt da waren und ich mir vorher keine Gedanken über genaue Maße gemacht hatte. Die Kanthölzer schienen passend und machten einen guten Eindruck.

Zum Verbinden der einzelnen Kanthölzer habe ich noch Edelstahlwinkel und Edelstahlschrauben besorgt. Wieso Edelstahl? Material aus Edelstahl eignet sich besser beim Camperumbau, da auch Feuchtigkeit ins Bus-Innere gelangt und die Materialien irgendwann anfangen würden zu rosten. Ein Tipp am Rande: Wenn Du Edelstahlschrauben benutzt, drehe sie nicht zu schnell ein, denn sie brechen sehr gerne direkt unterhalb des Kopfes ab und dann hat man den Schraubensalat. Drei Schrauben habe sich nun in der Bodenplatte versteckt. Ich hätte sie nur wieder herausbekommen, wenn ich sie herausgebohrt hätte und dann wäre der Schaden größer gewesen, als der Nutzen. Also habe ich das Bettgestell einfach ein paar Millimeter versetzt und meine Schandtat versteckt.

Meine Idee für das Bett, habe ich von Wander Horizons. Leider konnte ich keine exakte Anleitung bekommen, was aber gar nicht schlimm war und vielleicht auch sogar ganz gut, denn die Beiden haben einen T5 umgebaut, der nicht unbedingt exakte Maße wie mein T4 hat. Deshalb musste ich mich an Bilder orientieren und mir eben einfach meinen eigenen Plan machen. Zumindest die Länge von 200 cm und die Breite von 140 cm stand für mich fest. Bei meiner Recherche habe ich sogar herausgefunden, dass es eine empfohlene Wohlfühlsitzhöhe gibt … Aber mit so Kinkerlitzchen habe ich mich erst gar nicht aufgehalten. Wen es interessiert: Die optimale Sitzhöhe liegt zwischen 43 cm und 45 cm.

Bewaffnet mit einem Metermaß*, einem Bleistift, den Kanthölzer*, einer Kappkreissäge* und meiner groben Vorstellung von einem Bett, machte ich mich ans Werk. Die ersten zwei Längsbalken à 200 cm waren schnell zurecht gesägt. Dann noch ein Balken à 100 cm und acht Balken à 60 cm. Bei dieser Arbeit sind ein Gehörschutz* und eine Schutzbrille* wieder empfehlenswert. Den Platz unter der Matratze wollte ich als Stauraum nutzen, weshalb ich mich für eine Höhe von 60 cm, alleine für das Grundgerüst, entschied. Darauf sollten dann noch Lattenrost und Matratze.

Eine Besonderheit bei meiner Planung sollte nicht unerwähnt bleiben. Damit unsere Tochter sicher mitfahren kann, habe ich einen Einzelsitz eingeplant, der natürlich bei der Fahrt Platz benötigt. Der Bus hat zwar vorne drei Sitzplätze, die Sicherheit kann dort jedoch für ein Baby nicht gewährleistet werden. Es war mir also nicht möglich, ein Standard 200 cm mal 140 cm Bett aufzubauen, sondern ich musste eine L-Konstruktion bauen. Während der Fahrt ist der Einzelsitz eingebaut und während wir schlafen, befindet sich der Sitz außerhalb des Busses und das Bett ist ausgefahren. Meinen Plan, den ich in die Tat umgesetzt habe, siehst Du hier:

Praktisch bei dem losen Bettteil ist, dass es als Lagerraum genutzt werden kann, egal wo es steht. Es kann sogar aus dem Bus genommen werden und dient außerhalb als Sitzgelegenheit. Diese Idee kam mir just beim Schreiben. An die beiden Kopf- oder Fußteile (wie rum wir schlafen werden, weiß ich noch nicht genau) habe ich noch vier Schwerlastschienen geschraubt. Diese dienen zum einen als Stauraum, zum anderen aber auch als Arbeits- und Kochfläche. Doch dazu gleich mehr.

Im Internet habe ich mir einen Rolllattenrost* bestellt, wieder 200 cm x 140 cm. Hier war mir wichtig, dass er stabil ist, weswegen ich eine Belastbarkeit von bis 200 kg wählte. Den Abstand der Querstreben habe ich kleiner als 140 cm gewählt, weil es für mich einfacher war, zu verbauen, und mir optisch auch besser gefallen hat.

Da wir vermutlich nicht ganz an der Kante liegen werden, wird der Lattenrost halten, auch wenn er ein wenig übersteht. Den Lattenrost habe ich dann versetzt auf dem Bettgestell verschraubt. Hätte ich jede Latte auf beiden Seiten verschraubt, hätte ich dem Lattenrost die Federwirkung genommen.

Das freistehende Stück Lattenrost habe ich kurzerhand mit der Stichsäge abgeschnitten. Jetzt nur noch zwei Stücke Kanthölzer an das lose Bettteil anpassen und mit dem Lattenrost verschrauben. Ein Nachbar gab mir noch den Tipp, zwischen Bettgestell und Lattenrost Klebeband* zu machen, da Holz auf Holz irgendwann anfängt, zu knarzen. Und dann müsste man alles wieder auseinanderbauen.

Als Matratze hielt unsere alte Matratze her. Vor Kurzem haben wir uns ein größeres Bett zugelegt, und die Alte flog noch im Keller herum. Ich war kurz davor, sie auf dem Wertstoffhof zu entsorgen, habe mich glücklicherweise aber dagegen entschieden.

Mit einem scharfen Cuttermesser* habe ich nun die Matratze an das Bettgestell angepasst. Zuvor wusste ich nicht, ob sich der Schaumstoff gut schneiden lässt, doch es hat wirklich super funktioniert. Später werde ich für unsere spezielle Matratze einfach noch einen speziellen Überzug nähen lassen. Wenn dann alles aufgebaut ist, kann einfach ein normales Spannbetttuch drüber.

Die Kochecke

Der Plan war es, eine Küchenzeile hinter Fahrer- und Beifahrersitz zu installieren. Da mir aber davon abgeraten wurde, im Camper zu kochen, und der Platz dann noch knapper geworden wäre, entschied ich mich dazu, den Gasbrenner* in einer der beiden Heckschubladen zu integrieren. Dort ist es auch wesentlich bequemer, denn man hat Platz und ist sogar noch vor Sonne und Regen durch die Heckklappe geschützt.

Bei eBay fand ich ein Spülbecken*, samt Pumpe, Abwasser- und Frischwasserbehälter. Das Gestell passte ich mehr oder weniger Freestyle an das Bettgestell an. Ich ließ noch Platz für die Kühlbox. Hier muss man echt bedenken, was man wie anordnet. Die Wasserbehälter sollte man sich zum Beispiel nicht zubauen, weil die alle paar Tage aufgefüllt und ausgeleert werden müssen. Deswegen sicherte ich die Kanister und die Kühlbox* nur gegen das Wegrutschen, verschraubte sie aber nicht fest im Bus. Als Arbeitsplatte konnte ich noch ein Stück Siebdruckplatte nutzen, welches von der Bodenplatte übrig geblieben war.

Die Pumpe und die Kühlbox werden später nur noch an einer zweiten Batterie angeschlossen und losgeht‘s. Der Elektrik und vor allem den damit verbundenen Problemen, werde ich mich in einem anderen Blogbeitrag widmen.

Wie würdest Du Deinen Wohnraum und Deine Küche bauen, wenn Du nur ganz wenig Platz hättest?

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